Areal Viktorshöhe (Ramberg)
Typ: Ehemaliges Jagdschloss / Betriebsferienheim / Lost Place
Vom fürstlichen Jagdsitz zum Erholungsheim
Die Viktorshöhe (581,5 m ü. NHN) bei Friedrichsbrunn blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1750 ließ Fürst Viktor Friedrich von Anhalt-Bernburg hier ein Jagdhaus errichten. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort zu einem populären Ausflugsziel mit Gaststätte und einem markanten hölzernen Aussichtsturm.
In der DDR-Zeit wurde das Areal ab 1959 als Betriebsferienheim genutzt, ab Ende der 1970er Jahre unter der Leitung des VEB Draht- und Seilwerke Rothenburg. Während die Ferienunterkünfte den Werksangehörigen vorbehalten waren, blieb die angrenzende Gaststätte bis zur Wende ein öffentlicher Magnet für Wanderer.
Der schleichende Verfall
- Stilllegung: Mit dem wirtschaftlichen Aus des Trägerbetriebs im Jahr 1990 endete auch die Nutzung des Ferienheims und der Gaststätte.
- Zustand: Seit über drei Jahrzehnten sind die Gebäude dem Verfall und massivem Vandalismus preisgegeben. Große Teile der Inneneinrichtung liegen verstreut, Fenster sind zerstört und einige Dächer bereits eingestürzt.
- Eigentum: Die Verhältnisse galten lange als ungeklärt, was eine Sicherung oder Sanierung des Geländes behinderte.
Aktuelle Situation (2025/2026)
Die Viktorshöhe ist heute ein prominenter „Lost Place“ im Harz. Eine Sanierung ist aufgrund der extrem baufälligen Substanz unwahrscheinlich; für viele Gebäudeteile besteht akute Einsturzgefahr. Das Areal ist nicht gesichert, weshalb Wanderern dringend davon abgeraten wird, die Ruinen zu betreten.
Die Natur erobert sich den Ramberg-Gipfel sukzessive zurück. Während die Gebäude verrotten, bleibt die Viktorshöhe als Wanderknotenpunkt – unter anderem durch die Stempelstelle 189 der Harzer Wandernadel – weiterhin ein wichtiges Ziel im Wegenetz zwischen Friedrichsbrunn und Gernrode.