Jagdschloss Rathsfeld
Das Jagdschloss Rathsfeld ist ein ehemaliges barockes Jagd- und Lustschloss im Kyffhäuserland (Thüringen) nahe Bad Frankenhausen. Die geschichtsträchtige, aber stark verfallene Anlage gilt heute als einer der bekanntesten Lost Places in der Region.
Geschichte im Überblick
- Erbauung (1697–1698): Graf Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt ließ die Anlage nach einem verheerenden Stadtbrand in Frankenhausen durch den Baumeister Johann Moritz Richter den Jüngeren errichten.
- Kaiserliches Bankett (1896): Zur Einweihung des nahen Kyffhäuser-Denkmals empfing das Fürstenpaar hier Kaiser Wilhelm II. zu einem prunkvollen Festessen.
- Zwischenkriegszeit & Weltkrieg: Nach dem Ende der Monarchie 1918 diente die Anlage als Kriegererholungsheim. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte das Reichssicherheitshauptamt Teile des Schlosses aus Schutz vor Bombenangriffen.
- DDR-Epoche: Das Areal wurde stark erweitert und zum „Zentralen Pionierferienlager Thomas Müntzer“ mit zeitweise über 1.000 Plätzen umfunktioniert.
- Privatisierung und Verfall (ab 1990): Nach der Wende wurde die Anlage an Privatinvestoren verkauft. Pläne für eine Hotelnutzung scheiterten, das Objekt verkam zur Investitionsruine.
Aktueller Zustand & Denkmalschutz
- Substanzverlust: Durch jahrzehntelangen Leerstand, Vandalismus und schwere Brandstiftung (insbesondere im Jahr 2005) ist das Schloss weitgehend zur Ruine verfallen.
- Denkmalstatus: Aufgrund des desolaten Zustands wurde das Schloss 2012 offiziell aus der Liste der Thüringer Kulturdenkmäler gestrichen. Dennoch gilt es rein rechtlich weiterhin als schützenswertes Objekt von öffentlichem Interesse.
- Natur & Umgebung: Während die ehemaligen Leichtbauten des Pionierlagers großteils rekultiviert wurden, holt sich die Natur das eigentliche Schlossgelände zurück. Die verbliebenen Umfassungsmauern stehen mitten im dichten Kyffhäuserforst.