Fla-Raketenabteilung 4123 (FRA 4123) bei Klosterfelde

Einheit: Fla-Raketenabteilung (NVA-Luftverteidigung)

Historische Funktion

Das Areal war Teil des Flugabwehrraketengürtels zum Schutz des Luftraums um ein bedeutendes politisches und administratives Zentrum. Es unterstand dem entsprechenden Männer-Gegenstück in der Führungsstruktur der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV).

Die Stellung war ursprünglich mit dem Raketensystem S-125 „Newa“ (NATO: SA-3 Goa) ausgestattet, welches zur Bekämpfung von Zielen in niedrigen und mittleren Höhen konzipiert war. Zur Anlage gehörten sowohl ein Kasernenbereich für die Besatzung als auch ein hochgesicherter Gefechtsstand und Startrampen.

Anlagenstruktur & Technik

  • Bunkeranlagen: Das Herzstück bildete ein geschützter Gefechtsstand (meist vom Typ FB-3), von dem aus die Steuerung der Raketensysteme erfolgte.
  • Startplätze: Im Gelände sind noch heute die ringförmigen Wallanlagen der ehemaligen Startrampen erkennbar, die Schutz gegen Splitterwirkung boten.
  • Infrastruktur: Neben den technischen Zonen gab es Fahrzeughallen für die Transport- und Ladefahrzeuge sowie Bunker zur Lagerung der Flugkörper.

Heutiger Zustand

Nach der Auflösung der Einheit im Zuge der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde die militärische Nutzung eingestellt. Die Anlage ist heute ein klassischer „Lost Place“ im Waldgebiet Brandenburgs.

Während die oberirdischen Kasernenbauten oft dem Vandalismus und Verfall preisgegeben sind, bleiben die massiven Betonstrukturen der Bunker und die Erdwallanlagen weitgehend erhalten. Die Natur erobert sich das Gelände sukzessive zurück, was die Ortung der versteckten Stellungen erschwert.