Gentzrode

Gut Gentzrode („Das Alhambra Brandenburgs“)

Architektonisches Märchen aus dem Orient

Das am Stadtrand von Neuruppin gelegene Anwesen wurde ab 1855 von der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Gentz errichtet. Es gilt als eines der außergewöhnlichsten Beispiele des orientalisierenden Historismus in Deutschland. Die Architektur ist stark von Reisen in den Orient beeinflusst und erinnert an maurische Paläste.

  • Kornspeicher (1861): Entworfen von Carl von Diebitsch, besticht das Gebäude durch filigrane Backsteinornamentik und einen Wohnturm.
  • Herrenhaus (1876): Das Hauptgebäude entstand nach Plänen der renommierten Berliner Architekten Martin Gropius und Heino Schmieden.
  • Parklandschaft: Der weitläufige Landschaftspark wurde vom königlichen Gartenbaudirektor Gustav Meyer gestaltet.

Militärische Nutzung und Verfall

Nach dem wirtschaftlichen Ruin der Familie Gentz wechselte das Gut mehrfach den Besitzer. Ab 1934 wurde es von der Wehrmacht als Schießplatz genutzt, bevor es 1945 von der Roten Armee übernommen wurde. Bis zum Abzug der russischen Truppen im Jahr 1991 diente das Areal als militärische Großsiedlung für bis zu 5.000 Menschen. Der anschließende jahrzehntelange Leerstand führte zu massivem Verfall, Einstürzen und Vandalismus.