Schönwalde

Ehemaliger Militärflugplatz Erlenbruch

Typ: Fliegerhorst / Sowjetische Garnison / Wohnprojekt im Bau

Historische Nutzung

Die Anlage wurde ab 1935 als Fliegerhorst der Luftwaffe errichtet. Neben der Ausbildung von Flugzeugführern diente das Areal im Zweiten Weltkrieg als Stützpunkt für Transportfliegerverbände. Charakteristisch war die Architektur aus roten Backsteinbauten, die neben technischen Hallen auch umfangreiche Kasernenanlagen umfasste.

Nach 1945 übernahm die sowjetische Armee den Standort. Aufgrund der Lage im Teufelsbruch konnten die Startbahnen nicht für moderne Strahlflugzeuge verlängert werden, weshalb die Sowjets das Gelände bis Mitte der 1960er Jahre primär für Hubschrauberverbände und später als Panzer- und Artilleriekaserne nutzten. In dieser Zeit entstanden auch typische DDR-Plattenbauten für die Familien der Offiziere.

Infrastruktur des „Lost Place“

  • Gebäudevielfalt: Von ursprünglich über 100 Gebäuden blieben bis vor Kurzem rund 50 erhalten, darunter Mannschaftsunterkünfte, ein Lazarett mit Operationssaal, zwei Theater, ein Freibad und ein Heizhaus.
  • Besonderheit: Ein kleines Gebäude, bekannt als das „Häuschen der Hexe Baba Jaga“, zeigt heute noch russische Wandmalereien, die einst für die Kinder der stationierten Soldaten angefertigt wurden.
  • Naturzustand: Das ca. 170 Hektar große Gelände in einem Sumpfgebiet war jahrzehntelang völlig überwuchert und galt als einer der fotogensten Lost Places im Berliner Umland.

Aktueller Status (2025/2026)

Die Ära des Stillstands ist beendet. Seit Frühjahr 2025 ist das Gelände für die Öffentlichkeit und Foto-Touren gesperrt, da umfangreiche Sanierungs- und Baumaßnahmen begonnen haben. Auf dem Areal des ehemaligen Fliegerhorstes entsteht ein neues Wohnquartier mit ca. 1.500 Wohnungen.

Während viele der baufälligen Strukturen abgerissen werden, sollen markante historische Gebäude – sofern bautechnisch möglich – saniert und in das neue Stadtviertel integriert werden, um den geschichtlichen Charakter des Ortes teilweise zu bewahren.