GSSD-Liegenschaft Möhlau

Die einstige GSSD-Liegenschaft Möhlau

Die Kaserne bei Möhlau zählt zu den historisch bedeutendsten Standorten der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD). Inmitten der märkischen Wälder verbarg sich über Jahrzehnte ein strategisches Nervenzentrum der sowjetischen Kommunikation.

„Ein Ort, an dem im Ernstfall die Fäden der Kommunikation für die gesamte Westfront zusammenlaufen sollten.“

Militärische Bedeutung

Der Standort beherbergte primär die 118. Nachrichtenbrigade. Ihre Hauptaufgabe war die Sicherstellung von Troposphären- und Satellitenfunkverbindungen zwischen dem Oberkommando in Wünsdorf und den militärischen Zentren in der Sowjetunion.

  • Bunkersystem: Das Herzstück bildeten drei verbundene, zweistöckige Bunkeranlagen, die als geschützte Gefechtsstände konzipiert waren.
  • Autarkie: Das Gelände glich einer kleinen Stadt mit eigenen Wohnblocks (Plattenbau-Typen), einem Kino, einer Schule und einem Krankenhaus.
  • Geheimhaltung: Aufgrund der sensiblen Nachrichtentechnik war das Areal besonders streng bewacht und für Außenstehende absolut unzugänglich.

Heutiger Zustand als Zeitkapsel

Nach dem Abzug der Truppen im Jahr 1992 begann der schleichende Verfall. Dennoch blieb Möhlau für lange Zeit eine Fundgrube für Relikte aus der Besatzungszeit:

  • Wandkunst: Berühmt sind die großflächigen Wandgemälde in der Kantine und im Kinosaal sowie ein steinernes Lenin-Relief, das die Zeit überdauert hat.

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